Bava Batra 120

Kapitel 120

א זיל האידנא ותא למחר בליליא שדר קצייה לההוא דידיה
1 Geh jetzt und komm morgen wieder. Nachts ließ er seinen fällen.
ב למחר אתא לקמיה א"ל זיל קוץ א"ל הא מר נמי אית ליה א"ל זיל חזי אי קוץ דידי קוץ דידך אי לא קוץ דידי לא תקוץ את
2 Am folgenden Tage kam jener, und er sprach zu ihm: Geh, fälle ihn. Jener sprach: Der Meister hat ja ebenfalls einen solchen! Dieser erwiderte: Geh, sieh nach, ist meiner nicht gefällt worden, so fälle auch deinen nicht. –
ג מעיקרא מאי סבר ולבסוף מאי סבר מעיקרא סבר ניחא להו לבני רה"ר דיתבי בטוליה כיון דחזא דקא מעכבי שדר קצייה ולימא ליה זיל קוץ דידך והדר אקוץ דידי משום דריש לקיש דאמר (צפניה ב, א) התקוששו וקושו קשוט עצמך ואח"כ קשוט אחרים:
3 Welcher Ansicht war er vorher, und welcher Ansicht war er nachher? – Vorher dachte er, die Leute vom öffentlichen Gebiete seien damit einverstanden, weil sie unter dem Schatten sitzen können, als er aber sah, daß sie dies verwehren, ließ er ihn fällen. – Sollte er ihm doch erwidert haben: fälle du deinen, dann fälle ich meinen!? – Wegen einer Lehre des Reš Laqiš, denn dieser sagte:<i>Sammelt euch und sammelt andere</i>, zuerst schmücke dich selbst und nachher schmücke andere.
ד אבל אם רצה כונס לתוך שלו ומוציא: איבעיא להו כנס ולא הוציא מהו שיחזור ויוציא ר' יוחנן אמר כנס מוציא וריש לקיש אמר כנס אינו מוציא
4 W<small>ENN MAN DIES ABER WILL, SO</small> <small>RÜCKE MAN</small> [<small>DIE</small> W<small>AND</small>]<small> NACH EINWÄRTS UND LASSE SIE HERVORRAGEN</small>. Sie fragten: Darf man, wenn man [seine Wand] eingerückt hat und solche nicht hervorragen ließ, später solche hervorragen lassen? R. Joḥanan sagt, wenn man eingerückt hat, dürfe man sie [später] hervorragen lassen, und Reš Laqiš sagt, auch wenn man eingerückt hat, dürfe man sie [später] nicht hervorragen lassen.
ה א"ל רבי יעקב לר' ירמיה בר תחליפא אסברה לך להוציא כ"ע לא פליגי דמוציא כי פליגי להחזיר כתלים למקומן ואיפכא איתמר ר' יוחנן אמר אינו מחזיר וריש לקיש אמר מחזיר
5 R. Ja͑qob sprach zu R. Jirmeja b. Taḥlipha: Ich will es dir erklären: niemand streitet, ob er sie hervorragen lassen darf, sie streiten nur darüber, ob er die Wand zurück nach der [ersten] Stelle schieben darf, und zwar wurde es entgegengesetzt gelehrt: R. Joḥanan sagt, er dürfe es nicht, und Reš Laqiš sagt, er dürfe es wohl.
ו ר' יוחנן אמר אינו מחזיר משום דרב יהודה דאמר רב יהודה מצר שהחזיקו בו רבים אסור לקלקלו וריש לקיש אמר מחזיר הני מילי היכא דליכא רווחא הכא הא איכא רווחא:
6 R. Joḥanan sagt, er dürfe es nicht, wegen einer Lehre R. Jehudas, denn R. Jehuda sagte, einen Rain, den das Publikum in Besitz genommen hat, dürfe man nicht zerstören; Reš Laqiš sagt, er dürfe es wohl, denn dies gilt nur von dem Falle, wenn kein Platz zurückbleibt, während in diesem Falle Platz zurückbleibt.
ז לקח חצר ובה זיזין וגזוזטראות הרי היא בחזקתה: אמר רב הונא נפלה חוזר ובונה אותה
7 H<small>AT MAN EINEN</small> H<small>OF GEKAUFT, IN DEM</small> V<small>ORSPRÜNGE UND</small> A<small>LTANE SIND, SO</small> <small>BLEIBE ES DABEI</small>. R. Hona sagte: Sind sie eingestürzt, so darf man sie wieder aufbauen.
ח מיתיבי אין מסיידין ואין מכיירין ואין מפייחין בזמן הזה לקח חצר מסוידת מכוירת מפויחת הרי זו בחזקתה נפלה אינו חוזר ובונה אותה
8 Man wandte ein: Man darf in der Jetztzeit [die Räume] weder kalken noch täfeln noch bemalen; hat man einen gekalkten, getäfelten oder bemalten Hof gekauft, so verbleibe es dabei; ist er eingestürzt, so darf man ihn nicht wieder aufbauen!? –
ט איסורא שאני
9 Anders verhält es sich bei einem [religiösen] Verbote.
י תנו רבנן לא יסוד אדם את ביתו בסיד ואם עירב בו חול או תבן מותר ר"י אומר עירב בו חול הרי זה טרכסיד ואסור תבן מותר
10 Die Rabbanan lehrten: Man darf sein Haus nicht mit Kalk bestreichen; hat man Sand oder Stroh beigemischt, so ist es erlaubt. R. Jehuda sagte: Wenn man Sand beigemischt hat, so ist dies ein Sandkalk, und es ist verboten, wenn aber Stroh, so ist es erlaubt.
יא תנו רבנן כשחרב הבית בשניה רבו פרושין בישראל שלא לאכול בשר ושלא לשתות יין נטפל להן ר' יהושע אמר להן בני מפני מה אי אתם אוכלין בשר ואין אתם שותין יין אמרו לו נאכל בשר שממנו מקריבין על גבי מזבח ועכשיו בטל נשתה יין שמנסכין על גבי המזבח ועכשיו בטל
11 Die Rabbanan lehrten: Als der Tempel zerstört wurde, mehrten sich die Enthaltsamen in Jisraél, die weder Fleisch aßen noch Wein tranken. Da gesellte sich R. Jehošua͑ zu ihnen und sprach: Kinder, weshalb esset ihr kein Fleisch und trinket keinen Wein? Sie erwiderten ihm: Wie sollten wir Fleisch essen, das auf dem Altar dargebracht wurde, was nun auf gehört hat; wie sollten wir Wein trinken, der auf den Altar gegossen wurde, was nun auf gehört hat!?
יב אמר להם א"כ לחם לא נאכל שכבר בטלו מנחות אפשר בפירות פירות לא נאכל שכבר בטלו בכורים אפשר בפירות אחרים מים לא נשתה שכבר בטל ניסוך המים שתקו
12 Er erwiderte ihnen: Demnach sollten wir auch kein Brot essen, weil die Speisopfer aufgehört haben. – Man kann mit Früchten auskommen. – Wir sollten auch keine Früchte essen, weil die [Darbringung der] Erstlinge aufgehört hat. – Man kann mit anderen Früchten auskommen. – Wir sollten auch kein Wasser trinken, da die Wasserprozession aufgehört hat. Da schwiegen sie.
יג אמר להן בני בואו ואומר לכם שלא להתאבל כל עיקר אי אפשר שכבר נגזרה גזרה ולהתאבל יותר מדאי אי אפשר שאין גוזרין גזירה על הצבור אא"כ רוב צבור יכולין לעמוד בה דכתיב (מלאכי ג, ט) במארה אתם נארים ואותי אתם קובעים הגוי כולו
13 Darauf sprach er zu ihnen: Kinder, kommt, ich will euch sagen; überhaupt nicht zu trauern ist nicht angängig, wo doch das Unglück verhängt worden ist; aber auch übermäßig trauern ist nicht angängig, denn man darf der Gemeinde nur dann eine erschwerende Bestimmung auferlegen, wenn die Mehrheit derselben sie ertragen kann, denn es heißt:<i>mit dem Fluche seid ihr belegt</i>, <i>mich betrügt ihr</i>, <i>das</i> <i>ganze</i> <i>Volk</i>.
יד אלא כך אמרו חכמים סד אדם את ביתו בסיד ומשייר בו דבר מועט וכמה אמר רב יוסף אמה על אמה אמר רב חסדא כנגד הפתח
14 Vielmehr sagten die Weisen, man bestreiche sein Haus mit Kalk und lasse etwas zurück. – Wieviel? R. Joseph erwiderte: Eine Elle im Geviert. R. Ḥisda sagte: Gegenüber der Tür.
טו עושה אדם כל צרכי סעודה ומשייר דבר מועט מאי היא אמר רב פפא כסא דהרסנא
15 Man genieße bei der Mahlzeit alles, was zu dieser gehört, und lasse etwas zurück. – Was ist dies? R. Papa erwiderte: Die Fischspeise.
טז עושה אשה כל תכשיטיה ומשיירת דבר מועט מאי היא אמר רב בת צדעא שנאמר (תהלים קלז, ה) אם אשכחך ירושלים תשכח ימיני תדבק לשוני לחכי וגו'
16 Eine Frau schmücke sich mit allen kosmetischen Mitteln und lasse etwas zurück. – Was ist dies? Rabh erwiderte: Die Stelle an den Schläfen. Denn es heißt:<i>wenn ich deiner vergesse</i>, <i>Jerušalem</i>, <i>so versage meine Rechte. Es klebe meine Zunge an meinem Gaumen &amp;c</i>.
יז מאי על ראש שמחתי אמר רב יצחק זה אפר מקלה שבראש חתנים א"ל רב פפא לאביי היכא מנח לה במקום תפילין שנאמר (ישעיהו סא, ג) לשום לאבלי ציון לתת להם פאר תחת אפר
17 Was heißt: <i>auf dem Haupte meiner Freude</i>? R. Jiçḥaq erwiderte: Das ist die Herdasche auf dem Haupte des Bräutigams. R. Papa fragte Abajje: Auf welche Stelle lege man sie? – Da, wo die Tephillin angelegt werden, denn es heißt:<i>daß er den Trauernden Çijions zulege, ihnen Schmuck statt Asche zu verleihen</i>.
יח וכל המתאבל על ירושלים זוכה ורואה בשמחתה שנאמר (ישעיהו סו, י) שמחו את ירושלים וגו'
18 Wer über Jerušalem trauert, dem ist es beschieden, an ihrer Freude teilzunehmen, denn es heißt:<i> freut euch mit Jerušalem &amp;c</i>.
יט תניא אמר ר' ישמעאל בן אלישע מיום שחרב בית המקדש דין הוא שנגזור על עצמנו שלא לאכול בשר ולא לשתות יין אלא אין גוזרין גזרה על הצבור אא"כ רוב צבור יכולין לעמוד בה
19 Es wird gelehrt: R. Jišma͑él b. Eliša sagte: Eigentlich wäre es billig, daß wir über uns verhängen, seit dem Tage, an dem der Tempel zerstört wurde, kein Fleisch zu essen und keinen Wein zu trinken; aber man darf über die Gemeinde nur dann eine erschwerende Bestimmung verhängen, wenn die Mehrheit derselben sie ertragen kann.
כ ומיום שפשטה מלכות הרשעה שגוזרת עלינו גזירות רעות וקשות ומבטלת ממנו תורה ומצות ואין מנחת אותנו ליכנס לשבוע הבן ואמרי לה לישוע הבן דין הוא שנגזור על עצמנו שלא לישא אשה ולהוליד בנים ונמצא זרעו של אברהם אבינו כלה מאליו
20 Und eigentlich sollten wir, seitdem die ruchlose Regierung sich über Jisraél ausgedehnt hat, über uns schwere Bestimmungen verhängt, uns von der Tora und [der Ausübung der] Religionsvorschriften zurückhält und uns auch die Beschneidung verbietet, über uns verhängen, keine Frauen zu nehmen und keine Kinder zu zeugen, und dann würde die Nachkommenschaft Abrahams von selber eingehen.
כא אלא הנח להם לישראל מוטב שיהיו שוגגין ואל יהיו מזידין:
21 Aber man lasse Jisraél gewähren; lieber mögen sie unvorsätzlich fehlen, als vorsätzlich freveln.
כב <br><br><big><strong>הדרן עלך חזקת הבתים: </strong></big><br><br>
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